# mein­gottliebtjeden­men­schen

Wir sind nicht Herr über die Lie­be,
aber stark und schön ist es, wo die Lie­be den Ton angibt,
wenn Men­schen ihr Reso­nanz­kör­per sind, ihre Musik spielen.

Lie­be bedeu­tet Über­win­dung der Furcht.
Wer liebt, hört auf zu fra­gen: was den­ken die ande­ren wohl?
Wie vie­le groß­ar­ti­ge Lie­bes­ge­schich­ten
sind nicht zur Auf­füh­rung gekom­men, nicht gelebt wor­den,
weil lan­ge Zeit etwa eine unter­schied­li­che Kon­fes­si­on,
eine unter­schied­li­che Reli­gi­on, ein unter­schied­li­cher Stand
im Weg zu ste­hen schien.
Wie vie­le groß­ar­ti­ge Lie­bes­ge­schich­ten sind nicht gelebt wor­den,
weil die Unter­schied­lich­keit im Geschlecht fehl­te
oder wo eine zuvor geschlos­se­ne Ehe zum Gefäng­nis gewor­den ist.

Lie­be, die sich nicht zei­gen darf, die nicht ins Leben kommt,
ver­küm­mert und geht ein.
Statt­des­sen wach­sen Här­te und Furcht.

„Die voll­kom­me­ne Lie­be ver­treibt die Furcht.“ (1 Joh 4,18)
Furcht und Lie­be sind Kon­kur­ren­ten, Geg­ne­rin­nen:
die Furcht schließt ein, die Lie­be öff­net;
die Furcht ver­sklavt, die Lie­be befreit;
die Furcht demü­tigt und unter­drückt,
die Lie­be ermu­tigt und lässt das Haupt erheben.

Lie­ben­de Men­schen bewir­ken etwas;
sie las­sen ande­re teil­neh­men an ihrem Glück:
Hoch­zei­ten wer­den groß gefeiert.

Und Lie­be ist eine revo­lu­tio­nä­re Kraft,
an wem könn­ten wir – als Chris­ten – es bes­ser erken­nen als an Jesus,
des­sen Lie­be die Kraft hat, Mäch­ti­ge vom Thron zu stür­zen,
Nied­ri­ge zu erhöhen.

Lasst die Lie­be leben, auch wenn sie furcht­bar ver­letz­lich macht.
Sie ist ein Segen des Himmels.

Bernd Mön­ke­bü­scher

Öku­me­ni­sches Gebet in Zei­ten der Corona-Krise

Gott!
In Zei­ten von Ver­un­si­che­rung und Krank­heit kom­men wir gemein­sam zu Dir und wer­fen alle unse­re Sor­gen auf Dich.
Du schenkst uns neue Zuver­sicht, wenn uns Miss­trau­en und Unsi­cher­heit über­wäl­ti­gen.
Du bleibst uns nahe, auch wenn wir Abstand von­ein­an­der hal­ten müs­sen.
Wir sind bei dir gebor­gen, selbst wenn wir den Halt zu ver­lie­ren drohen.

Wir bit­ten dich:
für alle Men­schen, die sich mit dem Coro­na-Virus ange­steckt haben und erkrankt sind;
für alle Ange­hö­ri­gen, die in tie­fer Sor­ge sind;
für alle Ver­stor­be­nen und für die, die um sie trau­ern;
für alle, die Angst um ihren Arbeits­platz haben und um ihre Exis­tenz fürch­ten. Sei ihnen allen nahe, gib ihnen neue Hoff­nung und Zuver­sicht,
den Ver­stor­be­nen aber schen­ke das Leben in dei­ner Fülle.

Wir bit­ten dich:
für alle Ärz­tin­nen und Ärz­te, für alle Pfle­gen­den in den Kli­ni­ken, Hei­men und Hos­pi­zen;
für alle, die Ver­ant­wor­tung tra­gen in Staat, Gesell­schaft und Wirt­schaft; für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebens­not­wen­di­gen ver­sor­gen;
für alle Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger, die den Men­schen Got­tes Fro­he Bot­schaft zusa­gen.
Sei auch ihnen nahe und schen­ke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Wir bit­ten dich:
für die jun­gen Men­schen unter uns, die Kin­der und Jugend­li­chen,
für alle, die um ihre Zukunft fürch­ten,
für die Fami­li­en, die die erzwun­ge­ne Nähe nicht gewohnt sind,
für alle, die die Betreu­ung von Kin­dern und Jugend­li­chen über­nom­men haben.
Sei ihnen allen nahe, schen­ke ihnen Geduld und Weit­sicht, Ver­ständ­nis und Hoffnung.

Wir bit­ten dich:
für die Men­schen welt­weit, deren Gesund­heit an jedem Tag gefähr­det ist,
für alle, die kei­ne medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung in Anspruch neh­men kön­nen,
für die Men­schen in den Län­dern, die noch stär­ker von der Krank­heit betrof­fen sind.
Sei ihnen allen nahe und schen­ke ihnen Hei­lung, Trost und Zuversicht.

Auch bit­ten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sor­gen den Blick für die ande­ren nicht ver­lie­ren und ihnen bei­ste­hen.
Mache uns bereit, Ein­schrän­kun­gen in Kauf zu neh­men und lass uns dazu bei­tra­gen, dass ande­re Men­schen nicht gefähr­det wer­den.
Erhal­te in uns die Hoff­nung auf dich, unse­ren Gott, der uns trös­tet wie eine lie­ben­de Mut­ter und der sich aller annimmt.

Dir ver­trau­en wir uns an.
Dich loben und prei­sen wir, heu­te und alle Tage unse­res Lebens bis in Ewigkeit.